Die Zahl der Suizide von Frauen in Mecklenburg-Vorpommern ist im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Nach den aktuellen Zahlen des Nationalen Suizidpräventionsprogramms erhöhte sie sich von 51 Fällen im Jahr 2024 auf 67 Fälle im Jahr 2025. Innerhalb nur eines Jahres ist damit die Zahl der Suizide bei Frauen um 31 Prozent gestiegen. Gleichzeitig bleiben Männer besonders stark betroffen: 189 der insgesamt 256 Suizidtoten in Mecklenburg-Vorpommern waren Männer. Insgesamt starben 256 Menschen im Land durch Suizid. Mecklenburg-Vorpommern weist damit die zweithöchste Suizidrate aller Bundesländer auf. Bei Männern liegt das Land mit 24,5 Suiziden je 100.000 Einwohner sogar bundesweit an der Spitze. Dazu erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Christian Skotnik:
„Die Entwicklung muss uns aufhorchen lassen. Gerade bei Frauen müssen dabei auch Mehrfachbelastungen durch Beruf, Familie, Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen stärker berücksichtigt werden. Solche Belastungen und zunehmende finanzielle Schwierigkeiten können psychische Krisen verschärfen, erklären die Suizidentwicklung aber nicht allein. Psychische Gesundheit und Suizidprävention müssen deshalb beide Geschlechter mit ihren jeweiligen Risiken und Zugangswegen zu Hilfsangeboten stärker in den Blick nehmen.
Wir weisen seit Langem auf die schwierige psychotherapeutische Versorgung gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern hin. Unsere Kleine Anfrage zur ambulanten Psychotherapie hat gezeigt, dass die Landesregierung keine eigene Statistik darüber führt, wie lange Patienten auf ein Erstgespräch oder den Beginn einer Behandlung warten. Wer Suizidprävention ernst nimmt, muss aber wissen, ob professionelle Hilfe rechtzeitig erreichbar ist.
Bereits zum Welttag der Suizidprävention haben wir gefordert, Krisenhilfen sowie psychiatrische und psychotherapeutische Angebote wohnortnah, niedrigschwellig und verlässlich erreichbar zu machen. Gleichzeitig brauchen wir starke Familien, verlässliche Entlastungsangebote für pflegende Angehörige, lebendige Vereine und Ehrenamt sowie mehr Möglichkeiten für Begegnung und Gemeinschaft.
Sozialer Rückhalt kann psychische Krisen abfedern und Einsamkeit entgegenwirken. Er ersetzt jedoch keine professionelle Behandlung. Wer psychisch erkrankt oder akut in einer Krise ist, muss unabhängig von Wohnort und persönlichem Umfeld schnell die notwendige Hilfe erhalten. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Mecklenburg-Vorpommern hier weiterhin vor erheblichen Herausforderungen steht.“