Zum heute stattgefundenen Landespflegekongress „‘Sorgende Gemeinschaften‘ stärken – pflegende Angehörige in den Mittelpunkt rücken“, erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Thomas de Jesus Fernandes:
„Eine bemerkenswerte Veranstaltung, die mit einer politischen Kehrtwende vollzogen wurde.
Jahrzehntelang wurden klassische Familienstrukturen, nachbarschaftlicher Zusammenhalt und gewachsene Gemeinschaften von denselben politischen Kräften als rückwärtsgewandte Romantisierung gesellschaftlicher Modelle belächelt oder gar aktiv zurückgedrängt. Der Gedanke, dass Familie, Heimatverbundenheit und lokale Verantwortung tragende Säulen einer funktionierenden Gesellschaft sein könnten, galt vielen als überholt. Was wir seit Jahren erklären, wird hier für die eigene ‚Wahlkampf‘-Programmatik schön verpackt.
Heute entdeckt man plötzlich unter dem neuen Schlagwort der ‚Sorgenden Gemeinschaften‘ genau jene Prinzipien wieder. Allerdings eingebettet in immer neue staatliche Programme, Netzwerke, Koordinierungsstellen und aufgeblähte Verwaltungsstrukturen. Dabei war der demografische Wandel seit Jahrzehnten absehbar. Die Alterung der Gesellschaft, der steigende Pflegebedarf und der Fachkräftemangel kamen nicht überraschend.
Auch die Einführung einer Landespflegemedaille wirkt vor diesem Hintergrund wie reine Symbolpolitik. Wertschätzung ist wichtig – aber Medaillen, Auszeichnungen und lobende Worte ersetzen keine zukunftsorientierte und faire Pflegepolitik. Sie ersetzen keine verlässlichen Kurzzeitpflegeplätze, keine besseren Arbeitsbedingungen, keine finanziellen Entlastungen für Angehörige und keine ausreichende Zahl an Pflegekräften.
Wer Pflege wirklich anerkennen will, muss endlich die strukturellen Voraussetzungen schaffen, damit Menschen nicht an der Pflege ihrer Angehörigen zerbrechen.“