Zur Mitteilung des Bildungsministeriums über den Ausbau sogenannter „Anti-Extreme-Netzwerke“ erklärt der schulpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Enrico Schult:
„Es ist selbstverständlich richtig, rechtsextremistischen Tendenzen dort entgegenzutreten, wo sie in relevanter Form auftreten. Niemand darf die Augen davor verschließen, wenn Jugendliche ernsthaft in extremistische Strukturen abgleiten. Ebenso notwendig ist aber eine nüchterne Unterscheidung: Schüler provozieren nicht selten aus jugendlichem Trotz oder zur Selbstdarstellung; gefährlich kann das werden, wenn Erwachsene jede Provokation sofort als politische Radikalisierung deuten. Diese Unschärfe schwächt den pädagogischen Ansatz und vergrößert eher das Problem, als dass es gelöst würde.
Besonders kritisch sehen wir die Vermischung von Gewaltproblemen an Schulen mit dem Thema Rechtsextremismus. Wer jede Form von Gewalt oder Respektlosigkeit vorschnell in dieses Raster presst, riskiert, eine selbsterfüllende Prophezeiung in Gang zu setzen. Schulen brauchen nicht noch mehr politisch aufgeladene Zuschreibungen, sondern verlässliche Rahmenbedingungen für Erziehung und Lernen.
Wenn bei politisch fragwürdigem Verhalten wie in Ribnitz-Damgarten sogleich die Polizei gerufen wird oder nach einem Gedenkstättenbesuch auf Zuruf der Bildungsministerin harte Schulverweise erfolgen, die dann gerichtlich wieder gekippt werden, untergräbt man die Autorität der Schulen und schießt als Landesregierung völlig über das Ziel hinaus. Die Lehrer müssen bei wirklichem Extremismus konsequent handeln, eine Gesinnungsschnüffelei nach der politischen Einstellung der Schüler und deren Elternhäuser, die von angeblichen Demokratiezentren und dubiosen Beratungsnetzwerken flankiert wird, lehnen wir allerdings ab.
Das Hauptanliegen muss daher sein: Stärkung der Unterrichtsqualität, wertebildende Erziehung und konsequente Disziplin. Dann verringert sich auch der Bedarf an Psychologen, Diagnostikern und Alarmmeldungen wegen vermeintlicher Gefahren und Lehrer können sich wieder auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren: Wissen zu vermitteln und junge Menschen zu selbstbewussten Persönlichkeiten zu erziehen.“