Zur anhaltenden Debatte um die Honorarkürzungen bei den Psychotherapeuten, erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern, Thomas de Jesus Fernandes:
„Nach Brandenburg ist unser Land bundesweit am schlechtesten mit Psychotherapeuten versorgt. Auf einen Psychotherapeuten kommen rechnerisch 4.667 Einwohner – bundesweit sind es 3.279. In Nordwestmecklenburg stehen sogar nur 14 Psychotherapeuten je 100.000 Einwohner zur Verfügung. Zwischen Erstgespräch und Therapiebeginn vergehen durchschnittlich fünf Monate, im ländlichen Raum häufig ein halbes Jahr.
Besonders bitter ist die Situation für Kinder und Jugendliche. Sie warten bundesweit durchschnittlich 28 Wochen auf einen Therapieplatz, während rund ein Viertel der jungen Menschen psychisch stark belastet ist. Wer bei einem erkrankten Kind ein halbes Jahr Wartezeit für hinnehmbar hält, verwaltet keine Versorgung mehr, sondern einen Mangel.
Und die Aussichten werden nicht besser: Bis 2030 wird ein Anstieg der Nachfrage nach ambulanter Versorgung um 23 Prozent prognostiziert. Gleichzeitig sollen die Ausgaben für ambulante Psychotherapie ab 2027 gedeckelt werden. Die zunächst beschlossene Honorarkürzung um 4,5 Prozent wurde lediglich vorläufig gerichtlich ausgesetzt.
Die AfD-Landtagsfraktion MV hat vor dieser Entwicklung gewarnt und fordert unverändert eine auskömmliche Vergütung für Ärzte und Therapeuten, weniger Bürokratie sowie den Ausbau ambulanter Therapieangebote. Gerade ein Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern braucht wohnortnahe Kapazitäten statt Versorgung nach Großstadtmaßstab.
Psychische Erkrankungen lassen sich nicht wegsparen und Wartelisten sind keine Therapie. Wenn Mecklenburg-Vorpommern bei der psychotherapeutischen Versorgung nahezu bundesweites Schlusslicht ist, dann ist das kein plötzlich aufgetretenes Problem, sondern das Ergebnis jahrelang unzureichender Strukturen und einer schlechten Gesundheitspolitik.“