Pflegende Angehörige werden bestraft, während die Ministerin Orden verteilt

Zum heute vorgestellten Pflegereport 2026 der Barmer Ersatzkasse erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Thomas de Jesus Fernandes:

„Was sich in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt, ist kein schleichender Missstand mehr, sondern ein sozial- und gesundheitspolitischer Notstand. Während die Bürger unseres Landes jahrzehntelang gearbeitet, Beiträge gezahlt und dieses Land aufgebaut haben, werden sie im Pflegefall systematisch finanziell überfordert und politisch im Stich gelassen. Fast 3.000 Euro Eigenanteil bei rund 1.500 Euro Durchschnittsrente: Das ist keine Versorgung mehr, das ist faktisch Enteignung im Alter.

Doch die eigentliche Dramatik zeigt sich im strukturellen Gesamtbild. Seit 2011 hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen im Land nahezu verdoppelt. Ein solcher Anstieg wäre selbst für ein robustes System eine enorme Herausforderung, aber für ein seit Jahren vernachlässigtes ist er existenzgefährdend. Spätestens ab 2017 kam es dann zu einem sprunghaften Anstieg. Die politisch Verantwortlichen verweisen auf die Ausweitung der Pflegegrade. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Neben der statistischen Neubewertung ist eine zunehmende Belastung der Sozialsysteme durch Zuwanderung ein Faktor, der zu gerne negiert und als ‚rechter Populismus‘ verkauft wird.

Hinzu kommt, dass Pflege längst kein kurzfristiges Risiko mehr ist. Die durchschnittliche Pflegedauer liegt inzwischen bei rund 7,5 Jahren. Das bedeutet, dass Betroffene über viele Jahre hinweg einem System ausgesetzt sind, das ihre finanziellen Rücklagen systematisch aufzehrt. Was früher eine temporäre Belastung war, ist heute ein dauerhafter Weg und Teil eines ganzen Lebensabschnitts.

Und während sich diese Entwicklung immer weiter zuspitzt, warnen die Krankenkassen vor dem finanziellen Kollaps. Nach Einschätzung des Landesgeschäftsführers der Barmer steuert das System schon Mitte bis Ende dieses Jahres auf ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten zu. Das ist keine ferne Prognose, sondern eine akute Gefahr und dennoch bleibt die politische Reaktion aus.

Besonders zynisch wird die Situation beim Blick auf die tatsächliche Säule der Pflege: Rund 86 Prozent der Pflege wird von Angehörigen geleistet. Es sind also nicht staatliche Strukturen, die das System tragen, sondern Familien, die ihre Eltern, Partner oder Kinder versorgen, oft unter enormen persönlichen, beruflichen und finanziellen Belastungen. Und wie reagiert die rot-rote Landesregierung auf diese Realität? Mit einer Pflegemedaille.

Offenbar glaubt man noch immer, man könne die Schwächsten unseres Systems mit wohlfeilen Medaillen abspeisen. Dabei fehlt es nicht an Auszeichnungen, sondern an konkretem Handeln. Wir fordern schon seit Langem die Unterstützung der pflegenden Angehörigen durch die Anrechnung auf die Rente, die Aufsetzung eines Landespflegefördergeldes und echte Entlastung durch Digitalisierung und mehr Prävention.“

AfD-Fraktion MV

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