Der Netzbetreiber 50Hertz hat der Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde den Zuschlag für die Planung, den Bau und die schlüsselfertige Inbetriebnahme einer Offshore-Konverterplattform sowie der zugehörigen Landstation im Rahmen des Projekts North Sea Connector 2 mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden Euro erteilt. Der Auftrag soll mehrere hundert neue Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern schaffen und die Werft langfristig auslasten. Dazu erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Michael Meister:
„Die Vergabe dieses Großauftrags an die Neptun-Werft und das deutsch-belgische Konsortium ist eine erfreuliche Nachricht für die maritime Industrie und den Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern. Der Auftrag sichert nicht nur bestehende Arbeitsplätze, sondern schafft mehrere hundert neue qualifizierte Stellen, stärkt den Industriestandort Rostock-Warnemünde und unterstreicht die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen bei der Errichtung von Offshore-Energieinfrastruktur.
Es ist jedoch fraglich, ob dieser Erfolg ein Verdienst der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig darstellt. Die Entscheidung wurde vom Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz ausschließlich auf der Grundlage der besten technischen und wirtschaftlichen Angebote getroffen, ohne politische Einflussnahme, wie dessen Vorsitzender Stefan Kapferer ausdrücklich betont hat. Dennoch nutzt die Ministerpräsidentin die heutige Bekanntgabe und ihren Werftbesuch, um sich vor den Landtagswahlen am 20. September mit fremden Federn zu schmücken und ins öffentliche Rampenlicht zu stellen. Der Auftrag kann nicht der Landesregierung zugeschrieben werden. Die maßgeblichen Impulse gingen von der Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Unternehmen aus.
Diese eine positive Nachricht für die Neptun-Werft kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass lediglich neun Prozent der Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern positiv in die Zukunft schauen.“