Hochschulstandort Schwerin: Sinnvolle Bestandsanalyse statt Luftschlösser!

SPD, Linke und Grüne planen einen neuen Hochschulstandort in Schwerin. Die Fachhochschule in Güstrow soll dafür erweitert werden. Dazu erklärt der hochschulpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Paul Timm:

„Dass Westmecklenburg bislang über keine eigene staatliche Fachhochschule verfügt, ist ein Defizit. Die Ausbildung von Verwaltungs- und Finanzbeamten in Schwerin anzusiedeln, während Polizei und Justiz in Güstrow verbleiben, ist eine grundsätzlich sinnvolle Überlegung, zumal der Platz in Güstrow begrenzt ist. Doch warum sollte sich das Angebot allein auf die Ausbildung staatlicher Bediensteter beschränken?

Die regionale Wirtschaft fordert seit Langem zusätzliche Ausbildungskapazitäten, um Wirtschaft und Wissenschaft enger zu verzahnen. Gerade Studiengänge der Lebensmitteltechnologie bieten sich angesichts der starken Ernährungsindustrie im Westen unseres Landes an. Auch der Bereich Sportwissenschaften wäre mit Blick auf das olympische Potenzial der Schweriner Seenlandschaft eine Überlegung wert.

Allerdings droht das Vorhaben schon jetzt angesichts der desolaten Haushaltslage zum Luftschloss zu werden. Die Landesregierung sollte zunächst die bestehenden Hochschulen einer grundlegenden Bestandsaufnahme unterziehen und deren auskömmliche Finanzierung sicherstellen, statt ihnen ständig neue Aufgaben ohne entsprechende Mittel zu übertragen. Dass Mecklenburg-Vorpommern bereits an einfachsten Verwaltungsprozessen scheitert, zeigt die BAföG-Bearbeitung, bei der ohne Drucker im Bafög-Amt offenbar kaum etwas funktioniert.

Ein Hochschulstandort in Schwerin muss deshalb konzeptionell durchdacht, am Bedarf der Wirtschaft ausgerichtet und unter einem klaren Finanzierungsvorbehalt geprüft werden. Neue Strukturen dürfen nicht zulasten der bestehenden Hochschulen entstehen.“

AfD-Fraktion MV

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