Zur Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur Leistungskurswahl an Schulen (Landtagsdrucksache 8/6344) erklärt der bildungspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, Enrico Schult:
„In den Schuljahren 2023/2024 und 2024/2025 wird der allgemeine Trend der letzten Jahre deutlich, dass immer mehr Leistungskurse in den MINT-Fächer eingestellt werden – im Fach Physik ist die Anzahl der Leistungskurse demnach von 40 (Schuljahr 2023/2024) auf nur noch 30 (Schuljahr 2024/2025) reduziert worden, ähnlich sieht es bei den Fächern Biologie, Chemie, Informatik aus. Für das Schuljahr 2025/2026 gibt sich das Bildungsministerium komplett ahnungslos. Denn obwohl das aktuelle Schuljahr bereits 8 Monate läuft, kann oder will die Landesregierung keine aktuellen Zahlen zu den angebotenen Leistungskursen präsentieren. Verständlich, denn die Zahlen dürften aufgrund der Rückmeldungen aus den Schulen noch dramatischer aussehen in diesem Jahr.
Leistungskurse sagen viel über das Leistungsniveau und die fachlichen Schwerpunkte in den Gymnasien in MV aus, denn man hat in diesen von den Schülern selbst gewählten Fächern mehr Unterricht und die Noten sind für die endgültige Abiturnote ein zentraler Baustein. Wenn die Gesamtzahl der angebotenen Leistungskurse in den Schulen allerdings dramatisch sinkt – insbesondere in den MINT-Fächern- und damit das Angebot eingeschränkt wird, ist das alarmierend. Da reicht es eben nicht aus, dass die Bildungsministerin Oldenburg verlauten lässt, dass man keine Kenntnisse darüber hat, aus welchen Gründen Leistungskurse nicht angeboten oder angenommen werden. Der Unterrichtsausfall und fehlende Lehrer dürften die Hauptgründe für diese Entwicklung sein. Denn nur wer bis zur 10. Klasse guten Fachunterricht bekommt, traut sich ab Klasse 11 auch die Auswahl der entsprechenden Leistungskurse zu.
Die Landesregierung ist mit ihrem Latein am Ende. Denn wie schon aus der Antwort der Landesregierung auf meine Anfrage (8/5248) hervorging, haben auch die umfangreichen Zuschläge des Landes nicht dazu beigetragen, signifikant mehr Lehrkräfte (lediglich 5) für MINT-Fächer im ländlichen Raum zu gewinnen. Im Bildungsministerium fehlt es insgesamt an einer wirksamen Strategie, wie Naturwissenschaften, die die entscheidende Grundlage für Forschung und Wirtschaftswachstum darstellen, in allen Schulen strukturell gestärkt werden können.
Stattdessen verteilt Bildungsministerin Simone Oldenburg in ihrem Wahlkreis Fördermittelbescheide für Feuerwehren und stellt diese Selbstinszenierung in einer Pressemitteilung des Ministeriums sogar noch als bildungspolitische Maßnahme da. Diese Landesregierung hat keinen Plan mehr und versinkt in Selbstlob und Ignoranz. Die Leidtragenden sind unsere Schüler, und die Wirtschaft, die ja besonders auf leistungsstarke Absolventen in den MINT-Fächern angewiesen ist.“