Zum 36. Jahrestag der Deutschen Einheit erklärt der Fraktionsvorsitzende der AfD-Fraktion, Enrico Schult:
„Alle Jahre wieder am 3. Oktober die Klage darüber, dass die innere Einheit noch nicht erreicht sei. Warum wohl?
Unausgesprochen steht hinter dieser Frage die Erwartung, dass die Einheit erst vollendet ist, wenn sich der Osten dem Westen angepasst hat, und zwar nicht nur bei den Einkommen und wirtschaftlichen Markern, sondern auch im Denken und Fühlen. Und gerade hier, bei den Einstellungen und Gefühlen zu dem, was uns verbindet oder trennt, gibt es teils erhebliche Unterschiede. Und es gibt überhaupt keinen Grund, dass der Westen die Maßstäbe dafür setzt, wie wir gesamtdeutsch zu funktionieren haben.
Denn aus den „armen Brüdern und Schwestern“ im Osten ist ein selbstbewusster Osten geworden, der sich aus der Phase einer teils demütigenden Unterstützung und Bevormundung befreit hat und sich nicht vorschreiben lässt, welche Meinung die richtige ist und wie man zu wählen hat.
Sie haben ein ungetrübtes Verhältnis zur Nation und stehen der Transformation in eine multikulturelle Gesellschaft wesentlich kritischer gegenüber als der Westen. Aufgrund ihrer Diktaturerfahrung haben sie ein feines Gespür dafür, zwischen Wahrheit und Desinformation zu unterscheiden.
Im Osten hat sich gerade aufgrund der emotionalen Überheblichkeit des Westens eine neue Ostidentität entwickelt, die sich damit vom Westen abgrenzt und zugleich wegweisend für Gesamtdeutschland sein kann.
Denn hier im Osten ist ohne Chauvinismus und Fremdenfeindlichkeit klar, was wir als Volk und Nation sind, nämlich das, was damals zur Wende und Wiedervereinigung völlig selbstverständlich war: eine durch Sprache, Kultur und Geschichte verbundene und durch ein Zusammengehörigkeitsgefühl gewachsene Nation, deren staatliche Einheit in unserer langen Geschichte die Sehnsucht aller Deutschen war.
Daran festzuhalten ist unser Erbe und unsere Verpflichtung.“