Berlin reformiert, Crivitz verliert: Wie die Krankenhauspolitik das Leben auf dem Land gefährdet

Zur angekündigten Umstrukturierung der LUP-Kliniken in Crivitz erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Thomas de Jesus Fernandes:

„Die jetzt offiziell verkündete Schließung der Orthopädie, der Allgemein- und Unfallchirurgie sowie der Notfallambulanz in Crivitz bestätigt, wovor wir als Opposition seit über einem Jahr gewarnt haben. Früh haben wir deutlich gemacht, dass die Krankenhausreform der Bundesregierung nicht zu einer Stärkung der Versorgung führen wird, sondern zu einem massiven Abbau medizinischer Strukturen im ländlichen Raum. Genau das erleben wir jetzt.

Was die Bundesregierung als ‚Krankenhausreform‘ verkauft, ist in Wahrheit ein technokratisches Zentralisierungsprogramm. Mit starren Leistungsgruppen, realitätsfernen Personalvorgaben und immer neuen bürokratischen Hürden werden kleinere Klinikstandorte systematisch unter Druck gesetzt.

Die Situation in Crivitz zeigt diese Entwicklung in aller Deutlichkeit. Wenn chirurgische Kernbereiche geschlossen werden und gleichzeitig die Notfallambulanz verschwindet, dann verliert ein Krankenhaus seine zentrale Versorgungsfunktion. Dass Patienten künftig für Notfälle nach Hagenow oder Ludwigslust ausweichen sollen, mag in politischen Konzeptpapieren nach ‚Bündelung von Leistungen‘ klingen. Doch im medizinischen Notfall zählt jede Minute. Wenn schnelle Hilfe nicht mehr vor Ort verfügbar ist, kann genau dieser Zeitverlust im Ernstfall lebensbedrohlich sein.

Besonders zynisch ist, dass diese Entwicklung seit Monaten absehbar war. Mehrere Ärzte haben das Haus bereits verlassen, bis zu 70 Beschäftigte sind von der Umstrukturierung betroffen. Trotzdem hat die Bundespolitik unbeirrt an ihrer Reform festgehalten, obwohl die Folgen längst klar waren. Dass der Standort nun mit einem ‚Zentrum für Altersmedizin‘ neu etikettiert werden soll, ändert nichts an der grundsätzlichen Problematik. Eine geriatrische Spezialisierung kann sinnvoll sein. Sie darf jedoch nicht als Feigenblatt für den Abbau zentraler medizinischer Leistungen missbraucht werden.

Der Fall Crivitz zeigt exemplarisch, wohin die aktuelle Gesundheitspolitik führt: weg von einer wohnortnahen Versorgung, hin zu immer stärker zentralisierten Strukturen. Für die Bürger im ländlichen Raum bedeutet das weniger Sicherheit, längere Wege und eine stückweise Verschlechterung der medizinischen Infrastruktur. Diese Entwicklung bestätigt sukzessive, dass unsere Warnungen berechtigt waren. Wenn die Politik sich nicht korrigiert, werden weitere Klinikstandorte folgen. Die Leidtragenden dieser Reform sind nicht Ministerien oder Gesundheitsökonomen. Nein, es sind die Menschen in unserem Bundesland vor Ort – deren Interessen zukünftig am besten durch AfD-Politik repräsentiert werden.“

AfD-Fraktion MV

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