Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege und Unterstützung am morgigen 29. Oktober erklärt die pflegepolitische Sprecherin der AfD-Fraktion, Sandra Graf:
„Rund 140.000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind pflegebedürftig. Etwa 86 Prozent von ihnen werden zu Hause versorgt. Diese Zahlen zeigen, wo das Fundament unserer Pflege liegt: in den Familien, bei den pflegenden Angehörigen und bei den ambulanten Diensten.
Wer Angehörige pflegt, übernimmt enorme Verantwortung und verzichtet dabei nicht selten auf Einkommen, Freizeit und berufliche Möglichkeiten. Diese Leistung verdient nicht nur Anerkennung, sondern konkrete Entlastung. Deshalb lehnen wir Einschnitte bei bewährten Unterstützungsleistungen ab. Gerade die geplante Streichung des Entlastungsbetrages für Pflegegrad 1 im Pflegeneuordnungsgesetz wäre ein Schritt in die falsche Richtung.
Häusliche Pflege muss Vorrang haben, wo sie möglich und gewünscht ist. Pflegende Angehörige brauchen dafür mehr finanzielle Anerkennung, verlässliche Entlastungsangebote und eine gute ambulante Versorgung. Zugleich wollen wir alternative Wohnformen wie Senioren-Wohngemeinschaften und Mehrgenerationenhäuser stärken. Pflege muss sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren, mit weniger Bürokratie, mehr Unterstützung für Familien und besseren Rahmenbedingungen für diejenigen, die tagtäglich pflegen.
Gleichzeitig muss Pflege bezahlbar bleiben. Wer auf einen Heimplatz angewiesen ist, zahlt in Mecklenburg-Vorpommern im ersten Jahr inzwischen durchschnittlich mehr als 3.000 Euro monatlich aus eigener Tasche. Pflegepolitik muss deshalb an beiden Seiten ansetzen: Angehörige und ambulante Strukturen stärken und die Kosten stationärer Pflege wirksam begrenzen.“