Notfallreform: Patientensteuerung und Ersteinschätzung ersetzen keine Notaufnahme vor Ort

Zur heutigen Stellungnahme von Sozialministerin Stefanie Drese zur heute im Bundestag beschlossenen Reform der Notfallversorgung erklärt der Vorsitzende der AfD-Fraktion, Enrico Schult:

„Das rot-rot-grüne Bekenntnis, alle Krankenhausstandorte zu erhalten, wird ausgehöhlt, wenn zugleich zentrale Versorgungsangebote wie die Notfallversorgung beschnitten werden. Auch die beste Patientensteuerung und Ersteinschätzung hilft nicht viel, wenn die nächste echte Notaufnahme immer weiter entfernt liegt. Darüber können auch die richtigen und längst überfälligen Ansätze nicht hinwegtäuschen.

Die Neuordnung in Crivitz bedeutet den Verlust von Chirurgie und Orthopädie sowie der bisherigen Notaufnahme rund um die Uhr. Die verbleibende Erstversorgung leichterer Notfälle im Tagesbetrieb ersetzt dieses Angebot keinesfalls. Auch in Bützow sollen zum Jahreswechsel die chirurgischen und orthopädischen Stationen sowie die Palliativstation wegfallen.

Wer Patienten schneller zur passenden Behandlung bringen will, muss dafür sorgen, dass diese Behandlung auch schnell erreichbar bleibt. Längere Wege belasten Patienten und binden Rettungswagen samt Personal länger bei Transporten. Ministerin Stefanie Drese trägt politische Verantwortung für eine Entwicklung, bei der Standorte zwar erhalten bleiben, aber wesentliche Leistungen verschwinden. Eigenlob ist daher unangebracht, wenn wenig nachvollziehbar bleibt, wie nach dem Abbau von Fachabteilungen und Notaufnahmen die Versorgung zuverlässig gewährleistet werden soll.

Die notwendigen Vorhalte- und Investitionskosten des Rettungsdienstes müssen dauerhaft gedeckt sein. Gerade in einem dünn besiedelten Flächenland muss medizinische Hilfe auch nachts und dort verfügbar sein, wo weniger Menschen leben. Wir fordern eine verlässlich finanzierte und wohnortnah erreichbare Grund- und Notfallversorgung. Vor weiteren Einschnitten muss die Landesregierung nachvollziehbar darlegen, welche zusätzlichen Wege entstehen, ob andere Krankenhäuser die Patienten aufnehmen können und wie der Rettungsdienst dafür ausgestattet wird.“

AfD-Fraktion MV

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