Die Deutsche Bahn streicht überraschend bis Mitte Dezember bei drei ICE-Verbindungen aus Mecklenburg-Vorpommern den Halt am Hamburger Hauptbahnhof. Betroffen sind Verbindungen aus Richtung Rostock, Stralsund und Vorpommern. Statt am zentralen Verkehrsknoten halten die Züge lediglich in Hamburg-Bergedorf. Dazu erklärt der verkehrspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Stephan J. Reuken:
„Mecklenburg-Vorpommern wird von der Deutschen Bahn behandelt wie das Stiefkind der Republik. Mal wird eine wichtige ICE-Verbindung infrage gestellt, dann verzögert sich die Generalsanierung und jetzt fahren ICE-Züge aus unserem Land plötzlich am Hamburger Hauptbahnhof vorbei. MV gleicht zunehmend einem Experimentierfeld dafür, wie weit die Bahn bei den Fahrgästen gehen kann.
Besonders dreist ist der Zeitpunkt, denn erst im Februar feierten Ministerpräsidentin Schwesig, Verkehrsminister Blank und Bahnchefin Evelyn Palla gemeinsam eine angeblich kundenorientierte Lösung für die ICE-Anbindung unseres Landes. Wenige Monate später folgt die nächste Hiobsbotschaft.
Und während die Bahn das Verkehrsministerium bereits in der vergangenen Woche informierte, erfahren die Pendler zum Wochenstart, was auf sie zukommt. Da drängt sich der Eindruck auf: Die Wahl ist vorbei, jetzt kann man es wieder schleifen lassen.
Für Pendler und Unternehmen ist eine zuverlässige Fernverkehrsanbindung keine Spielerei, sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Wer Mecklenburg-Vorpommern wirtschaftlich nicht abhängen will, muss eine verlässliche ICE-Anbindung an die großen Verkehrsknoten garantieren.
Die möglichen Koalitionäre von SPD, Linken und Grünen müssen deshalb bereits in ihren Verhandlungen klar festschreiben, dass sie sich gemeinsam für eine dauerhafte und zuverlässige ICE-Anbindung des gesamten Landes einsetzen. Mecklenburg-Vorpommern braucht Verlässlichkeit auf der Schiene, keine Experimente.“