Unmittelbar vor der Landtagswahl häuften sich bei Mitgliedern der Landesregierung öffentlichkeitswirksame Fördermittelübergaben, Förderzusagen und Spatenstiche. Besonders auffällig war Innenminister Christian Pegel. Dazu erklärt der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Thore Stein:
„Die Wochen vor der Landtagswahl lesen sich im Terminkalender des Innenministers wie eine regelrechte Fördermittel-Tour durch Mecklenburg-Vorpommern. Nach Auswertung der veröffentlichten Regierungstermine lassen sich zwischen dem 1. und 18. September rund 30 entsprechende Termine und Vorgänge nachvollziehen, teilweise mehrere an einem einzigen Tag. Am 7. September absolvierte Pegel beispielsweise sechs solcher Stationen.
Dabei ging es regelmäßig um erhebliche Summen. Förderbescheide wurden übergeben, Millionenbeträge angekündigt, Feuerwehrgerätehäuser gefördert und Spatenstiche für Polizeigebäude gesetzt. Natürlich sind Investitionen in Feuerwehren, Polizei und Kommunen richtig und notwendig. Doch diese Gelder stammen vom Steuerzahler und nicht aus der Privatschatulle eines Ministers.
Pegel war zudem kein Einzelfall. Auch andere Mitglieder der Landesregierung absolvierten in den letzten Wochen vor der Wahl öffentlichkeitswirksame Fördertermine. Bemerkenswert ist, dass der Bund der Steuerzahler bereits Anfang September vor einer Vermischung von Regierungshandeln und Wahlkampf gewarnt und eine Reduzierung solcher Termine gefordert hatte.
Die Landesregierung muss deshalb erklären, warum sich Förderübergaben und ähnliche Auftritte ausgerechnet unmittelbar vor der Wahl derart ballten. Staatliche Fördermittel dürfen nicht zur Wahlkampfkulisse werden. Wer Wahlkampf betreiben möchte, soll dafür Partei- und nicht Steuermittel einsetzen.
Besonders befremdlich ist dieses Vorgehen angesichts der angespannten öffentlichen Finanzen. Statt Zurückhaltung zu demonstrieren, entsteht der Eindruck, als musste noch möglichst viel Geld verteilt werden, als gäbe es kein Morgen.“