Enrico Schult: Bildungsmonitor 2026 – ein Rang besser macht noch keine Bildungswende

Im Bildungsmonitor 2026 kommt Mecklenburg-Vorpommern auf den achten Platz. Stärken bescheinigt die Untersuchung dem Land bei der Integration, der Förderinfrastruktur und der beruflichen Bildung. Gleichzeitig zeigen die hohe Schulabbrecherquote, die schlechten Betreuungsverhältnisse und die erheblichen Defizite im Hochschul- und MINT-Bereich weiterhin großen Handlungsbedarf. Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende und bildungspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion MV, Enrico Schult:

„Die Verbesserung um einen Rang ist erfreulich, aber noch lange kein bildungspolitischer Durchbruch. Mecklenburg-Vorpommern liegt weiterhin nur im Mittelfeld. Wer Platz acht bereits als Erfolgsgeschichte verkauft, verwechselt eine Platzierung mit einer tatsächlichen Verbesserung des Schulalltags.

Dass unser Land über viele Ganztagsangebote verfügt und bei einzelnen Integrationskennzahlen gut abschneidet, ist positiv. Entscheidend bleibt jedoch, was am Ende bei den Schülern ankommt. Wenn jeder zehnte Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlässt, fast jede fünfte Lehrkraft keine anerkannte Lehramtsprüfung besitzt und 13,5 Prozent des Unterrichts nicht planmäßig erteilt werden, kann von einem leistungsfähigen Bildungssystem keine Rede sein.

Besonders alarmierend ist der 13. Platz bei Hochschule und MINT. Mecklenburg-Vorpommern weist bundesweit den geringsten Anteil an MINT-Wissenschaftlern am wissenschaftlichen Hochschulpersonal auf. Gleichzeitig schließen deutlich zu wenige Studenten ein ingenieurwissenschaftliches Studium ab. Das gefährdet den Wirtschaftsstandort und verschärft den Fachkräftemangel.

Wir brauchen offensichtlich einen grundlegenden Kurswechsel. Lehrkräfte müssen von Bürokratie entlastet und zurück in die Klassen gebracht werden. Die rund 400 derzeit in Ministerium, Schulämtern und nachgeordneten Einrichtungen gebundenen Lehrerstellen wollen wir wieder den Schulen zur Verfügung stellen – dafür habe ich als bildungspolitischer Sprecher konsequent im Landtag geworben. Seiteneinsteiger können kurzfristig helfen, müssen aber zuverlässig pädagogisch und fachlich qualifiziert werden. Mathematik, Naturwissenschaften, Lesen, Schreiben und praxisorientierter Unterricht müssen Vorrang haben. Regionalschulen, Berufsschulen, duale Studiengänge und regionale MINT-Cluster sind gezielt zu stärken.

Unser Anspruch ist nicht Mittelmaß, sondern ein Mecklenburg-Vorpommern, in dem wieder verlässlich unterrichtet wird und junge Mensch mit Kenntnissen und einer beruflichen Perspektive die Schule verlassen. Wir wollen in Zukunft Bildungsland Nummer eins werden!“

AfD-Fraktion MV

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