Ehrenamt darf kein Zuschussgeschäft sein

Der Offene Brief eines ehrenamtlich engagierten Ehepaares aus Neubrandenburg macht auf ein Problem aufmerksam, das viele Vereine in Mecklenburg-Vorpommern betrifft: Wer sich freiwillig engagiert, investiert häufig nicht nur viel Zeit, sondern trägt zusätzlich erhebliche Kosten selbst. Im konkreten Fall kamen innerhalb eines Jahres rund 8.000 Kilometer mit dem privaten Pkw für die Vereinsarbeit zusammen. Dazu erklärt der sozialpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, Thomas de Jesus Fernandes:

„Ehrenamt lebt davon, dass Menschen freiwillig Verantwortung für ihre Mitmenschen, ihre Vereine und ihre Heimat übernehmen. Gerade in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern ist dieses Engagement nicht nur unverzichtbar, sondern oft auch kostenintensiv. Umso weniger darf es zum finanziellen Zuschussgeschäft für diejenigen werden, die ihre Zeit ohnehin unentgeltlich zur Verfügung stellen.

Wenn Ehrenamtliche für ihre Vereinsarbeit Tausende Kilometer mit dem eigenen Auto zurücklegen und die Kosten selbst tragen, reicht es nicht, ihnen bei Sonntagsreden für ihren Einsatz zu danken. Wertschätzung muss sich auch in den politischen Rahmenbedingungen zeigen.

Wir wollen deshalb, dass notwendige und selbst getragene Fahrtkosten im Rahmen gemeinnütziger Tätigkeit steuerlich einfacher berücksichtigt werden können. Eine solche Regelung muss unkompliziert und praxistauglich sein und darf nicht mit neuen Nachweis- und Bürokratiepflichten verbunden werden. Mecklenburg-Vorpommern sollte sich für eine entsprechende steuerrechtliche Änderung auf Bundesebene einsetzen und, wenn nötig, selbst über den Bundesrat tätig werden.

Das ist für uns Teil einer grundsätzlichen Entlastung des Ehrenamts. Wir wollen weniger Bürokratie, einfachere Förderverfahren, bessere Aufwandsentschädigungen und eine Ehrenamtskarte, die mit echten Vorteilen verbunden ist. Wer mehr Menschen für das Ehrenamt gewinnen und diejenigen halten will, die sich bereits engagieren, muss dafür sorgen, dass ihnen nicht immer neue Kosten und Verwaltungsaufgaben aufgebürdet werden.“

AfD-Fraktion MV

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