Enrico Schult: Mit Pisa-Debakel dürfen wir uns nicht zufriedengeben

Die neuen Ergebnisse der Pisa-Studie sind ein Alarmsignal: In Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften erreichen Schüler in Deutschland die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen. Gleichzeitig wächst die Zahl der Jugendlichen, denen grundlegende Kompetenzen fehlen. Dazu erklärt der bildungspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion MV, Enrico Schult:

„Das ist kein statistischer Ausrutscher, sondern ein bildungspolitischer Offenbarungseid. Wenn ein Drittel unserer 15-Jährigen beim Lesen und in Mathematik nicht über ausreichende Basiskompetenzen verfügt, können wir nicht länger so tun, als sei unser Bildungssystem gut aufgestellt.

Dass Deutschland trotz des Absturzes noch im OECD-Mittelfeld liegt, ist kein Grund zur Entwarnung, sondern der Notpfiff. Wir haben den Anspruch, Bildungsnation zu sein. Wer sich mit Mittelmaß zufriedengibt, obwohl die Leistungen auf historische Tiefstände fallen, verwechselt Mittelmaß mit Erfolg.

Nicht duldbar ist die wachsende Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft, denn Elternhaus darf nicht über Bildungschance entscheiden. Gerade Schulen mit besonderen Herausforderungen brauchen mehr Unterstützung – anstatt der immer nächsten Sonntagsrede. Notwendig sind mehr Lehrkräfte, verlässliche Angebote und eine gezielte Förderung an Schulen in schwierigen Lagen. Auch bei der Digitalisierung müssen wir stärker auf Qualität statt auf reine Ausstattung setzen.

Nach dem ersten Pisa-Schock im Jahr 2000 hat Deutschland gezeigt, dass Verbesserungen möglich sind. Dieser Reformwille muss zurückkehren. Wir brauchen keinen Pisa-Schock, der für ein paar Wochen Schlagzeilen produziert. Wir brauchen einen dauerhaften Bildungsaufbruch! Wer heute an Bildung spart oder notwendige Reformen verschleppt, bezahlt morgen mit Fachkräftemangel, sozialer Ungleichheit und verlorenen Lebenschancen.

Die Pisa-Ergebnisse sind kein Grund für Resignation – aber ein zwingender Grund für einen Kurswechsel auch und gerade in der Bildungspolitik in Mecklenburg-Vorpommern.“

AfD-Fraktion MV

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