Zu aktuellen Forderung des Gesundheitsministers Linnemann zur Reduzierung der gesetzlichen Krankenkassen erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion MV, Thomas de Jesus Fernandes:
„Es ist ja schön, dass man nun endlich darüber reden will, die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen zu reduzieren. Was heute als Reformidee diskutiert wird, fordern wir allerdings schon seit Langem: weniger Doppelstrukturen, schlankere Verwaltungen und einen konsequenten Abbau der Bürokratie.
Wie dringend eine grundlegende Reform ist, zeigen die Zahlen. Rund 74,56 Millionen Menschen sind gesetzlich krankenversichert. Gleichzeitig sind die Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung allein von 327 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf rund 352 Milliarden Euro im Jahr 2025 gestiegen, ein Plus von 7,8 Prozent innerhalb eines Jahres. Die reinen Leistungsausgaben erreichten 2025 bereits 336,4 Milliarden Euro. Und die Kostenspirale dreht sich 2026 weiter. Im ersten Quartal stiegen die Ausgaben pro Kopf gegenüber dem Vorjahreszeitraum bei der Krankenhausbehandlung um 9,4 Prozent, bei der ärztlichen Behandlung um 7,32 Prozent und bei Arzneimitteln um 6,42 Prozent.
Auch Mecklenburg-Vorpommern zeigt, wie groß der Handlungsdruck ist. Knapp 1,5 Millionen Menschen im Land sind gesetzlich krankenversichert. Bei der DAK in Mecklenburg-Vorpommern stiegen die Leistungsausgaben zuletzt innerhalb eines Jahres um 8,7 Prozent auf 5.356 Euro je Versicherten. Auch in einzelnen Leistungsbereichen zeigt sich die Entwicklung deutlich: Die GKV-Ausgaben für Heilmittel in Mecklenburg-Vorpommern haben sich binnen zehn Jahren von 135,6 auf 331,7 Millionen Euro mehr als verdoppelt.
Dabei braucht unser Gesundheitssystem keine weiteren Gedankenspiele. Die Probleme sind bekannt, die Kosten steigen und die Beitragszahler werden immer stärker belastet. Fundamentale Veränderungen, die längst notwendig sind, müssen endlich gemacht und nicht nur gedacht werden. Zusammenschlüsse allein sind dabei kein Selbstzweck. Aus vielen kleineren Verwaltungen dürfen nicht einfach wenige riesige Verwaltungsapparate entstehen. Ziel muss eine messbare Verringerung von Verwaltungsaufwand und Bürokratie sein.
Für uns ist klar: Eine echte Krankenkassenreform muss grundlegende Verschlankungen und Entbürokratisierung einschließen. Das Geld der Beitragszahler gehört vorrangig in die medizinische Versorgung und nicht in unnötige Doppel- und Verwaltungsstrukturen.“