Pflegebedürftige nicht im Stich lassen – Angehörige verdienen Respekt und Unterstützung

Zum offenen Brief einer pflegenden Angehörigen an die Landesregierung und an die Fraktionen des Landtages erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Thomas de Jesus Fernandes:

„Der offene und ehrliche Brief von Frau Bauer hat uns sehr bewegt. Er schildert nicht abstrakt ein Verwaltungsproblem, sondern das konkrete Schicksal zweier Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet, Familien getragen, Kinder großgezogen und sich in dieses Land eingebracht haben. Ihr Vater und ihre Schwiegermutter stehen stellvertretend für viele ältere und pflegebedürftige Menschen, die nach einem langen Leben auf Schutz, Würde, Verlässlichkeit und Menschlichkeit angewiesen sind.

Unser ausdrücklicher Dank gilt Frau Bauer und allen pflegenden Angehörigen, die Tag für Tag Verantwortung übernehmen. Angehörige kämpfen nicht nur mit der Pflege selbst, sondern oft zusätzlich mit Anträgen, Bescheiden, Widersprüchen, Fristen, Gutachten und Behörden und das neben den eigenen Sorgen, der Familie und der Arbeit. Das kostet Kraft, Zeit und Nerven. Wer dennoch für seine Angehörigen einsteht und zugleich auf Missstände aufmerksam macht, verdient großen Respekt.

Pflegebedürftige Menschen dürfen nicht als Bittsteller behandelt werden. Es geht um Rechtsansprüche, Lebensleistung und Menschenwürde. Wer auf Hilfe zur Pflege, Betreuung, Unterstützung oder einen angemessenen Bescheid angewiesen ist, muss sich darauf verlassen können, dass Verfahren zügig, nachvollziehbar, rechtssicher und mit Augenmaß geführt werden. Die häusliche und familiäre Pflege ist das Rückgrat unseres Pflegesystems. Ohne Angehörige würde die Versorgung vieler Menschen längst zusammenbrechen. Trotzdem werden pflegende Angehörige politisch viel zu oft nur in Sonntagsreden gelobt, im Alltag aber allein gelassen.

Für uns als AfD-Fraktion M-V ist klar: Pflegebedürftige und ihre Angehörigen müssen spürbar besser unterstützt werden. Dazu gehört insbesondere ein Landespflegefördergeld als Anerkennung und Entlastung pflegender Angehöriger, der Ausbau niedrigschwelliger Beratung, weniger Bürokratie, bessere Hilfe bei Anträgen und Widersprüchen sowie mehr Transparenz und Schnelligkeit bei Entscheidungen der zuständigen Stellen.

Auch die Rechts- und Fachaufsicht im Pflege- und Sozialbereich muss ihren Namen tatsächlich verdienen. Beschwerden müssen ernst genommen, Verfahren überprüfbar geführt und berechtigte Ansprüche zeitnah gewährt werden. Es darf nicht sein, dass Familien erst über Monate kämpfen müssen, bis überhaupt Bewegung in ein Verfahren kommt. Pflegepolitik muss an Würde, Verlässlichkeit und Gerechtigkeit im Alltag gemessen werden. Wir werden die angesprochenen Fragen zur Hilfe zur Pflege, zu Bearbeitungszeiten, Rechtsaufsicht, Widerspruchsverfahren und zur Entlastung pflegender Angehöriger weiter parlamentarisch verfolgen.

Menschen, die dieses Land mit aufgebaut haben, verdienen es, im Alter nicht allein gelassen zu werden. Und Angehörige, die sie pflegen, verdienen mehr als warme Worte – sie verdienen konkrete Unterstützung.“

AfD-Fraktion MV

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