Zur Diskussion über die Zukunft der Küstenfischerei erklärt der fischereipolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Paul Timm:
„Die Küstenfischerei in Mecklenburg-Vorpommern wurde über Jahre mit dem Versprechen vertröstet, Stilllegungsprämien seien notwendig, damit sich die Fischbestände erholen können. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Zahl der Fischer ist dramatisch eingebrochen, eine nachhaltige Erholung der Bestände blieb jedoch aus.
Unmittelbar nach der Wende waren noch rund 1.300 Küstenfischer im Haupterwerb tätig, während es heute nur noch 150 sind. Fischkutter verschwinden aus den Häfen, ganze Familienbetriebe geben auf.
Doch statt die Fehler dieser Politik aufzuarbeiten, wird nun die nächste Stufe gezündet. Aus der Stilllegungsprämie zur angeblichen Bestandserholung ist faktisch eine Abwrackprämie geworden, mit der Fischer endgültig aus dem Beruf gedrängt und Betriebe dauerhaft geschlossen werden sollen.
Wir müssen endlich auch über den ausufernden Kormoranbestand und dessen konsequente Reduzierung sprechen. Wer die Fischerei retten will, darf die massiven Schäden durch den Kormoran nicht länger ignorieren. Wir fordern deshalb eine konsequente Regulierung bis hin zu einer deutlichen Ausweitung der Bejagung, um die heimischen Fischbestände wirksam zu schützen.
Die Küstenfischerei ist zudem weit mehr als nur ein Wirtschaftszweig. Lebendige Fischereihäfen, aktive Kutter und regionale Fischvermarktung sind wichtige Faktoren für den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern. Wer die Fischerei aufgibt, schwächt damit auch die Attraktivität unserer Küstenregionen.
Fischkutter gehören auf die Ostsee und nicht ins Museum. Wenn uns der Erhalt der Küstenfischerei als Teil unserer maritimen Identität etwas wert ist, dann müssen wir den verbliebenen Betrieben endlich eine Zukunftsperspektive bieten, statt ihren Niedergang zu verwalten. Minister Backhaus hat die Küstenfischerei über Jahre auf Schrumpfkurs gehalten. Seine Bilanz lautet: weniger Fischer, weniger Kutter und keine Lösung der Probleme. Mecklenburg-Vorpommern braucht einen Anwalt der Fischer, keinen Minister der Ausreden.“