Die vom Bildungsministerium vorgestellten Zahlen zum Unterrichtsausfall mögen auf den ersten Blick beruhigend wirken. Doch sie sagen nur wenig über die tatsächliche Lage an unseren Schulen aus. Dazu erklärt der schulpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, Enrico Schult:
„Die Landesregierung feiert Prozentwerte, während an den Schulen die Realität längst eine andere ist. Entscheidend ist nicht allein, ob irgendeine Unterrichtsstunde statistisch als erteilt gilt, sondern ob Unterricht fachgerecht, sinnvoll und pädagogisch verantwortbar vertreten wird oder ob Schüler nur irgendwie beaufsichtigt oder beschäftigt werden. Das ist oftmals der Fall, denn auch die Digitale Landesschule kann anspruchsvollen Fachunterricht nicht adäquat ersetzen und ermöglicht eher Beschäftigungstherapie und verschönt die Zahlen.
Besonders alarmierend ist die Lage an den beruflichen Schulen. Dass 18,6 Prozent die Berufsschulen ohne Abschluss verlassen, ist skandalös. Auch das hängt unmittelbar mit nicht gesichertem Unterricht zusammen, der nach neuesten Zahlen zunahm. Wer Bildungsbiografien ernst nimmt, darf diesen Zustand nicht länger hinnehmen.
Gerade an den beruflichen Schulen entscheiden Unterrichtsqualität und Verlässlichkeit über Chancen auf dem Arbeitsmarkt und über Lebenswege. Wenn fast jeder fünfte junge Mensch die Berufsschule ohne Abschluss verlässt, dann ist das ein bildungspolitischer Offenbarungseid.
Die Landesregierung bleibt Antworten schuldig. Wir haben eine Kleine Anfrage zum Unterrichtsausfall und zur fachgerechten Vertretung gestellt. Bis heute ist sie nicht beantwortet, obwohl das neue Schuljahr bereits sieben Monate läuft. Das ist inakzeptabel.“