Psyche am Limit während der Druck auf Therapeuten steigt

Zu der heute veröffentlichten Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zu Fehlzeiten von Arbeitnehmern durch psychische Erkrankungen erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der AfD, Thomas de Jesus Fernandes:

„Psychische Erkrankungen verursachen mit durchschnittlich rund 28 Fehltagen je Krankheitsfall die mit Abstand längsten Ausfallzeiten und sind eine der häufigsten Ursachen für Langzeiterkrankungen. Seit dem Jahr 2016 haben die entsprechenden Fehlzeiten in Mecklenburg-Vorpommern dramatisch zugenommen.

Diese Entwicklung trifft auf ein ohnehin angespanntes Krankheitsgeschehen im Land. Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern waren zuletzt durchschnittlich rund 27,5 Tage pro Jahr krankgeschrieben. Zwar fallen nur etwa vier Prozent der Erkrankten länger als sechs Wochen aus, verursachen aber über 40 Prozent aller Fehltage. Psychische Erkrankungen spielen bei diesen langen Ausfallzeiten eine zentrale Rolle. Sie sind damit längst nicht mehr nur ein individuelles Gesundheitsproblem, sondern ein wachsendes volkswirtschaftliches und gesellschaftliches Risiko.

Auch andere Krankenkassen bestätigen diese Entwicklung. Nach Daten der Kaufmännische Krankenkasse ist die Zahl der Patienten mit wiederkehrenden Depressionen in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 2014 und 2024 um 63 Prozent gestiegen. Hochgerechnet wurden im Jahr 2024 bei rund 76.000 Menschen im Land entsprechende Diagnosen gestellt, das entspricht 48 ambulanten Depression-Diagnosen je 1.000 Versicherte. Diese Dynamik des Anstiegs ist überdurchschnittlich. Mit anderen Worten: Die Zahl der Betroffenen wächst schneller als die Politik reagiert.

Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Arbeitsverdichtung über Personalmangel bis hin zu wirtschaftlichen und privaten Belastungen. Doch eines steht fest: Während der Druck auf viele Beschäftigte steigt, wächst gleichzeitig die Zahl der Menschen, die psychische Unterstützung benötigen. Gerade deshalb ist es ein politischer Irrweg, ausgerechnet jetzt die Rahmenbedingungen für die Behandlung psychischer Erkrankungen zu verschlechtern.

Die geplante Abwertung der Vergütung für ambulante Psychotherapie sendet ein fatales Signal. Während Krankenkassenbeiträge steigen und immer mehr Menschen Hilfe benötigen, werden ausgerechnet die Leistungen derjenigen abgewertet, die diese Hilfe leisten. Schon heute gehören Termine beim Psychotherapeuten zu den am schwersten verfügbaren Arztterminen überhaupt. Wer die Vergütung kürzt, verschärft zwangsläufig den Mangel an Therapieplätzen und treibt die Wartezeiten weiter nach oben.

Das Ergebnis einer solchen Gesundheitspolitik ist absehbar: Erkrankungen werden später erkannt, Therapien beginnen später und Krankheitsverläufe werden schwerer und chronischer. Am Ende zahlen dafür nicht nur die Betroffenen einen hohen Preis, sondern auch Unternehmen, Sozialversicherungen und die gesamte Gesellschaft.

Wir fordern deshalb wiederholt eine Stärkung der psychotherapeutischen Versorgung statt weiterer Kürzungen, insbesondere durch mehr Ausbildungs- und Weiterbildungskapazitäten für Psychotherapeuten, eine Verbesserung der wohnortnahen Versorgung, gerade im ländlich geprägten Mecklenburg-Vorpommern, sowie weniger bürokratische Hürden im Gesundheitssystem.“

AfD-Fraktion MV

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