Abiturpanne in Mecklenburg-Vorpommern: Ministerium ließ Abiturienten im Stich und versteckt sich hinter Geheimniskrämerei

Die Frankfurter Allgemeinen Zeitung dokumentiert einen Vorgang, der das Vertrauen in die Abiturprüfungen in Mecklenburg-Vorpommern erschüttert: Eine Geschichts-Abituraufgabe stützte sich demnach auf fragwürdige Internet-Fundstücke, enthielt fehlerhafte Zuschreibungen und arbeitete teils mit nicht belegbaren bzw. nicht existenten Bezügen. Dazu erklärt der schulpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, Enrico Schult:

„Mit solch dilettantisch zusammengestellten Aufgabenstellungen werden Abiturienten im Stich gelassen. Von jungen Menschen wird in einer Hochrisiko-Situation höchste Sorgfalt, Quellenkritik und präzises Arbeiten verlangt, aber das Ministerium liefert eine Aufgabenbasis, die diesen Maßstäben selbst nicht einmal annähernd genügt.

Ein Geschichtsabitur kein Planspiel. Es entscheidet über Studienplätze, Ausbildungswege und Zukunftschancen. Wer in die Prüfung geht, muss darauf vertrauen können, dass Aufgabenstellungen und Materialien belastbar sind, geprüft, korrekt und nachvollziehbar. Wenn stattdessen Zitate aus einer privat betriebenen, seit Jahren nicht aktualisierten Website übernommen werden und zentrale Zuschreibungen nachweislich falsch sind, wird dieses Vertrauen missbraucht.

Nicht der Fehler allein ist skandalös, sondern die Folge: Schüler sollen unter Zeitdruck analysieren, einordnen und bewerten, können ihre Aufgabe jedoch nicht fachgerecht erfüllen, insofern deren inhaltliche Grundlage nicht gesichert ist. Das ist pädagogisch verantwortungslos und prüfungsrechtlich mindestens erklärungsbedürftig.

Besonders schwer wiegt die Reaktion des Bildungsministeriums Mecklenburg-Vorpommerns: Statt die konkrete Kritik nachvollziehbar zu beantworten, wird auf Kompetenzen und Rahmenpläne verwiesen. Den Erwartungshorizont will das Ministerium nicht herausgeben, mit der Begründung, die Aufgabe werde unter anderem zur Prüfungsvorbereitung noch genutzt.

Wer Transparenz verweigert, verweigert ebenso Kontrolle und damit die Chance, Vertrauen wiederherzustellen. Diese Unart, Prüfungsaufgaben und Erwartungsbilder wie eine Verschlusssache zu behandeln, wirkt wie Selbstschutz aus Angst vor Selbstblamage.

Wir werden den Vorfall auf die Tagesordnung der nächsten Zusammenkunft des Bildungsausschusses setzen und fordern die unabhängige Überprüfung der Aufgabenentwicklung für das Geschichtsabitur einschließlich Quellenprüfung und Dokumentation der Freigabeprozesse, die unverzügliche Veröffentlichung von Aufgabe, Materialien und Erwartungshorizont der betroffenen Prüfung zur fachlichen Nachprüfung und das sofortige Ende der Weiterverwendung fehlerhafter Materialien in der Vorbereitung.

Prüfungsaufgaben und Erwartungshorizonte müssen nach Durchführung grundsätzlich veröffentlicht werden, erst recht bei Fehlerverdacht. So gebietet es ein Minimum an Fairness den Prüflingen gegenüber. Zu klären ist, ob es zu Benachteiligungen kam.“

AfD-Fraktion MV

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