Kümmerliche Datenlage ohne praktische Handlungsoptionen – Gesundheit von Kindern in ernsthafter Gefahr

Kümmerliche Datenlage ohne praktische Handlungsoptionen – Gesundheit von Kindern in ernsthafter Gefahr

Kümmerliche Datenlage ohne praktische Handlungsoptionen – Gesundheit von Kindern in ernsthafter Gefahr

Fragestellung der Kleinen Anfrage („Gesundheit von Kindern“, Drs. 7/6329) war, in welcher Weise sich die Landesregierung selbst für Mecklenburg-Vorpommern eine Datenlage verschaffen würde, über die durch die Corona-Maßnahmen verursachten gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen, um entsprechende Hilfsangebote zu planen. Auf die Antwort der Landesregierung erklärt der sozialpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Thomas de Jesus Fernandes:

„Landesbezogene Studien? Weit gefehlt! Die Landesregierung verlässt sich auf bundesweite Studien der Kultusministerkonferenz (KMK), deren Ergebnisse man dann auch noch erst verzögert und nur teilweise (Zwischenberichte von Januar und März 2021) auf öffentlichen Druck zugänglich macht.

Die Landesregierung übt selbst keinen Druck aus, um die Endergebnisse der oben genannten Studie zu generieren und übernimmt kritiklos die Argumente des Wissenschaftsbetriebs. Nach dem noch ausstehendem peer-review könne man die Ergebnisse dann irgendwann in entsprechenden Fachzeitschriften erfahren. Das ist Ignoranz pur, die Probleme existieren im hier und jetzt.

Also erhebt man die Daten auch nicht, damit man zeitnah wirksame Maßnahmen einleiten kann. Dabei haben laut der bundesweiten COPSY-Studie viele Kinder und Jugendliche Probleme mit Übergewicht durch Bewegungsmangel und falsche Ernährung, durch fehlendende Sozialkontakte leiden außerdem viele an psychischen Belastungen. Des Weiteren entwickeln viele in der Isolation ein ungesundes Maß an Medienkonsum, welches Suchtcharakter hat. Die wenigen konkreten Daten, die von der Landesregierung eruiert wurden, sind hingegen kaum aussagekräftig.

Es ist die oberste Pflicht der Landesregierung, sich sofort selbst ein umfassendes Lagebild über die gesundheitliche Verfassung der Kinder und Jugendlichen zu verschaffen, gerade jetzt, wo die Schule wieder beginnt. Den Fokus, den die beiden Universitäten Rostock und Greifswald (Projekt schugi-mv.de) allein auf die Infektionslage legt und ob die Schulen geöffnet werden können, ist eine Verengung des Blickfeldes, der erschüttert.

Auch der Hinweis der Landesregierung auf den Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) macht die ganze Ohnmacht der Landesregierung deutlich. Im Beschluss wird höchst wissenschaftlich, dafür wenig praxistauglich weiterhin analysiert, Prüfaufträge delegiert und an alle Akteure appelliert, Maßnahmen zu kreieren. Da die Länder sich anscheinend überfordert sehen, fordert man das Bundesministerium für Gesundheit auf, doch bitte zum Thema eine Enquetekommission einzurichten. Anstatt selbst Verantwortung zu übernehmen, schiebt die Landesregierung ihre Verantwortung für die Kinder Mecklenburg-Vorpommerns ab und hofft auf den Bund. Wie war das nochmal mit einem ‚kinderfreundlichen MV‘? Angesichts der Maßnahmen und der Auswirkungen auf die Kinder unseres Landes muss man von einem ‚kindeswohlgefährdenden MV‘ sprechen.“

Author: admin_mv_nnc

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.