Heimpflege wird für viele Menschen unbezahlbar!

Heimpflege wird für viele Menschen unbezahlbar!

Heimpflege wird für viele Menschen unbezahlbar!

Laut eines Artikels der Ostseezeitung vom 20.08.2020 steigen die zu zahlenden Eigenanteile von Heimbewohnern in Mecklenburg-Vorpommern weiter rasant an:  Dazu erklärt der sozialpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Thomas de Jesus Fernandes:

„Allein im Rostocker Umfeld gibt es mittlerweile Pflegeheime, in denen der Eigenanteil der Heimbewohner um satte 800 Euro gegenüber dem Jahresbeginn gestiegen ist. Dies ist alarmierend, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Pflegeversicherung nur einen sehr geringen Teil der Pflegekosten trägt, weshalb der Begriff Versicherung als absolut irreführend zu bezeichnen ist. So bleibt Vielen angesichts dieser katastrophalen Entwicklung nur noch der Weg zum Sozialamt, um sich überhaupt noch einen Heimplatz leisten zu können.

Der Eigenanteil ist mittlerweile maßgeblich für die Finanzierung, da die Beiträge der Pflegekassen gleichbleiben und allein die Heimbewohner für Kostenerhöhungen der reinen Pflege und für Extrakosten – wie Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen – aufkommen müssen. Der Eigenanteil steigt seit Jahren bundesweit und somit auch in MV immer weiter an, wo der Eigenanteil mittlerweile im Durchschnitt bei 1540 Euro liegt, – anderswo wie in NRW sogar bei 2405 Euro. Dies sollte eigentlich ein Signal für ein radikales Umdenken in diesem Politikfeld sein, aber unsere Ministerpräsidentin Manuela Schwesig beschwichtigt lieber, indem sie betont, dass die Kosten aufgrund der immer besseren Bezahlung von Fachkräften steigen würden. Zudem setze Sie sich für eine Deckelung der Kosten ein. Das ist Augenwischerei, denn dies darf auf keinen Fall zum Nachteil für alte Menschen in unserem Land werden.

Hingegen wäre unser konstruktiver Vorschlag, dass man endlich bundesweit das marode Finanzierungsmodell bestehend aus Pflegeversicherung, Eigenanteil und Sozialamt abwickelt und die Pflege zur staatlichen Aufgabe macht. Denn in anderen EU-Ländern wie Dänemark ist die Pflege öffentliche Aufgabe und sie wird dort aus dem Steueraufkommen bestritten. Deutschland als EU-Land mit den höchsten Steuerabgaben überhaupt sollte sich dies eigentlich leisten können. Stattdessen wird lieber in Menschen investiert, die rein Garnichts zum Wohlstand dieses Landes beigetragen haben und unsere Leistungsträger bleiben im Alter auf der Strecke.

Das Problem wird durch den Zuzug von Pflegebedürftigen aus den alten Bundesländern noch verschärft. Der Preiskampf zwischen den Bundesländern führt zu einer ungleichen Verteilung der Pflegebedürftigen und damit zu unverhältnismäßig langen Wartezeiten auf Pflegeplätze in Mecklenburg-Vorpommern.

Dies verdeutlicht einmal mehr den Umstand, dass wir in Deutschland kein Finanzierungsproblem, sondern ein Verteilungsproblem haben. In MV wäre den Heimbewohnern allein schon dadurch geholfen, wenn das Land die Investitionskosten für Pflegeeinrichtungen übernehmen würde, denn allein dadurch könnten die Bewohner im Schnitt um 338 Euro entlastet werden.“

Author: admin_mv_nnc

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