Bundesgesundheitsminister Spahn will Pflegekräfte für Deutschland im Kosovo ausbilden lassen. Dazu erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Dr. Gunter Jess:

„Erst will MV-Gesundheitsminister Glawe Pflegekräfte aus Vietnam holen und jetzt sucht der Bundesgesundheitsminister im Kosovo nach Pflege-Fachkräften. Die Deutschen scheinen offensichtlich unfähig zu sein, Ihren Standard im Gesundheitswesen und in der Altenpflege selbst zu lösen. Ursachenanalyse? Fehlanzeige! Die deutsche Regierung sucht die Rettung im Ausland. Junge Frauen aus dem Kosovo sollen nach deutschen Standards und in der deutschen Sprache im Kosovo ausgebildet werden. Das mag im Einzelfall eine Teillösung sein, löst aber das grundsätzliche Problem der Fehlstrukturierung unserer Gesellschaft in keiner Weise. Welchen Eindruck muss dies in der Welt hinterlassen?

Beide Minister blenden zudem aus, dass ein ähnliches Konzept für junge Leute aus Portugal und Spanien bereits gescheitert ist.

Bei uns bleiben trotz einer Vielzahl offener Pflege-Lehrstellen die Ausbildungsplätze unterbesetzt. Und dass, obwohl es mehr als genug Jugendliche gibt, die nach einer Ausbildung suchen. Die Regierung sollte zuerst einmal die Attraktivität von Pflegeberufen im eigenen Land steigern und die sogenannten Neigungsberufe stärker in Frage stellen. Eine bessere Bezahlung für Pflege wäre zum Beispiel mit einer Reform der Kostenabrechnung der Pflege- und Krankenkassen möglich.“