Laut Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion sank die Zahl der Auszubildenden zum Fleischfachverkäufer in den vergangenen acht Jahren um rund 42 Prozent auf 112 Auszubildende, die Zahl der bestandenen Abschlussprüfungen sank um rund 66 Prozent auf 32 bestandene Prüfungen. Ebenfalls sank die Zahl der Auszubildenden im Bereich Fleischerfachwerker um rund 37 Prozent auf 82, die Zahl der bestandenen Prüfungen sank um rund 86 Prozent auf 8. Dazu erklärt der AfD-Landtagsabgeordnete Thomas de Jesus Fernandes:

„Der Rückgang ist dramatisch und zeigt, dass die Branche in Mecklenburg-Vorpommern zur Randerscheinung verkommt. Doch gerade im ländlichen Raum gehören Fleischereien zum unverzichtbaren Lebensmittelhandel dazu. Der Trend, Filialen in Einkaufszentren zu eröffnen, lässt die Bürger auf dem Land mit leeren Händen zurück und es stirbt damit auch ein Teil des dörflichen sozialen Gefüges.

Hinzu kommt, dass der Beruf an sich an Attraktivität verliert. Ja, es ist wortwörtlich ein ‚Knochenjob‘ und ja, er wird vergleichsweise schlecht bezahlt. Das kann aber kein Grund sein, die fleischverarbeitende Industrie auszulagern oder gar ins Ausland zu verlagern. Deutsche Handwerksqualität hat ihren Ruf nicht erschlichen, sondern hart erarbeitet.

Wenn die Landesregierung die Wiederbelebung des ländlichen Raumes ernst nimmt, darf sie das Fleischerhandwerk nicht aus dem Auge verlieren. Die Rahmenbedingungen für Fleischereien auf dem Land müssen so gestaltet werden, dass es sich auch finanziell lohnt, im Dorf zu bleiben oder dorthin zurückzukehren und Auszubildende zu gewinnen.“

Redaktioneller Hinweis:

Kleine Anfrage der AfD-Fraktion und Antwort der Landesregierung: http://afd-fraktion-mv.de/wp-content/uploads/2019/05/Anfrage-des-Abgeordneten-Fernandes-und-Antwort-der-Landesregierung-3.pdf