Laut eines Berichtes der Ostsee-Zeitung soll in Rövershagen eine Bahnhaltestelle für das Erlebnis-Dorf „Karls“ entstehen. Auf der anderen Seite stehen die Bahnstrecken Parchim – Malchow und Plau am See – Güstrow kurz vor dem Aus. Dazu erklärt der verkehrspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Stephan J. Reuken:

„Es ist sicherlich eine gute Idee, mit dem Bau der Haltestelle in Rövershagen den Tourismus in der Region zu stärken. Die Anbindung kann sowohl für das Unternehmen als auch für Angestellte und Einwohner ein Gewinn sein. Makaber ist allerdings, dass zeitgleich im Süden Mecklenburg-Vorpommerns der Betreiber der Bahnstrecken Parchim – Malchow und Plau am See – Güstrow ums nackte Überleben kämpft. Aufgrund abbestellter Leistungen seitens des Landes fehlen Einnahmen, die dringend für die Erhaltung der Strecken notwendig wären. So kündigte der Betreiber der Trasse nun an, aus wirtschaftlichen Gründen die Stilllegung beantragen zu müssen.

Sollten die Strecken tatsächlich stillgelegt werden, hätte das fatale Auswirkungen auf das südliche Mecklenburg-Vorpommern. Jegliche Chance auf eine sinnvolle verkehrstechnische Anbindung der Region an das Eisenbahnnetz wäre damit endgültig vertan. Insbesondere für die touristische Entwicklung im Süden unseres Landes müssen die Strecken zwingend erhalten werden. Die ländlichen Räume dürfen nicht durch eine fehlende Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz abgehängt werden.

Man fragt sich, wie die Landesregierung das dem Bürger im ländlichen Raum um die Südbahn herum erklären will. Einerseits soll im Norden der touristisch gut erschlossene Standort Rövershagen, durch die geplante Bahnhaltestelle gefördert und finanziell unterstützt werden. Andererseits spürt man keinerlei Bemühungen die Probleme im südlichen Mecklenburg, die durch fehlende Angebote auf der Schiene nicht zu leugnen sind, anzupacken und zu lösen.

Wer sich die Förderung des ländlichen Raumes auf die Fahnen geschrieben hat, stößt mit solchen Entscheidungen den Bürgern dieser Region vor den Kopf und handelt alles andere als glaubwürdig.

Wir dürfen den ländlichen Raum nicht derart außer Acht lassen. Wir werden die Bürger im südlichen Mecklenburg nicht im Stich lassen und in der kommenden Plenarsitzung einen Dringlichkeitsantrag zum Erhalt der Strecken Parchim – Malchow und Plau am See – Güstrow einbringen.“