Zur Landesfachtagung „Vom Flüchtling zur Fachkraft“ erklärt der arbeitspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Prof. Dr. Ralph Weber:

„Die Landesregierung erzählt den Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung die Unwahrheit, wenn sie behauptet, dass Flüchtlinge per se ein großes Potential zur Fachkräftegewinnung darstellen. Da der Flüchtlingsstatus spätestens nach drei Jahren überprüft wird, müssen diese Personen im Falle einer Rücknahme von Aufenthaltstiteln in ihre Heimat zurückkehren.

Es gibt drei Möglichkeiten für nachhaltige Fachkräftegewinnung: Oberste Priorität muss immer die Ausschöpfung des Potentials des eigenen Volkes haben. Dazu muss die Möglichkeit, eine vom Jobcenter finanzierte Umschulung zu erhalten, massiv ausgebaut werden. Momentan werden Umschulungen zumeist nur bewilligt, wenn gesundheitliche Probleme diese notwendig machen. Hier ist zukünftig der Bedarf der Wirtschaft stärker zu berücksichtigen.

Zusätzlich können problemlos Auszubildende in anderen europäischen Ländern gewonnen werden. So haben zum Beispiel Schweden und Finnland eine Jugendarbeitslosigkeit, die deutlich über 15 Prozent liegt. In Spanien sind es gar über 30 Prozent. Bei Personen, die aus einem Mitgliedsland der europäischen Union stammen, ist der Aufenthaltsstatus in Deutschland keine Hürde. Da in vielen europäischen Schulen Deutsch als Fremdsprache unterrichtet wird, ist bei diesen Personen häufig auch die Sprachbarriere wesentlich niedriger.

Nur wenn diese beiden Möglichkeiten den Fachkräftebedarf nicht decken können, kommt die Anwerbung im außereuropäischen Raum in Betracht. Dazu muss erst eine klare Gesetzeslage geschaffen werden, die deutlich zwischen Asyl und qualifizierter Zuwanderung unterscheidet. Hier sollen Personen aus einem Bildungssystem, das mit dem deutschen vergleichbar ist, bevorzugt werden. Für die Frage ob und wer so angeworben wird, entscheidet der tatsächliche Bedarf unserer Volkswirtschaft. Die AfD fordert deshalb ein Punktesystem nach kanadischem Vorbild für die Vergabe von Arbeitsvisa.

Schlecht oder nicht ausgebildete Flüchtlinge mit höchstens rudimentären Deutschkenntnissen werden unseren Fachkräftebedarf niemals decken können. Es ist aber durchaus begrüßenswert, wenn sich Flüchtlinge hier in Deutschland Fähigkeiten aneignen, die beim Wiederaufbau ihrer Heimat gewinnbringend einsetzbar sind. Den Fachkräftemangel behebt man damit aber nicht.“