Die AfD tritt für die Beibehaltung des derzeitigen Förderschulsystems in Mecklenburg-Vorpommern ein. Die vom Bildungsministerium in zwei Schritten angestrebte 100-Prozent-Schulinklusion aller Förderschulkinder ist ein Irrweg. Die Verabsolutierung des Inklusionsprinzips in Deutschland basiert auf einer fatalen Fehlinterpretation der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Das deutsche Bildungssystem mit Regel- und Förderschulen genügt den Ansprüchen der UN-BRK voll und ganz – und das System hat sich bewährt.

Nun soll es einer ideologischen Gleichmacherei von Regelschülern und Förderschülern geopfert werden. Dies wird aber nur zwei Ergebnisse haben:

  1. eine qualitative Verschlechterung des staatlichen Bildungssystems
  2. eine indirekte Förderung der privaten Schulträger und finanzielle Belastung der bildungsorientierten Eltern.

Natürlich wollen wir alle die bestmögliche Teilhabe aller Kinder am Bildungssystem sicherstellen, aber dann muss dieses Bildungssystem auch so gestaltet werden, dass es nicht immer mehr Bildungsverdruss entsteht – und zwar bei Kindern und Lehrern. Die Inklusionsstrategie der Landesregierung für unsere Schulen ist dringend korrekturbedürftig. Das Wohl der Kinder hat über allen ideologischen Zielvorstellungen zu stehen.

Schulinklusion mag in vielen Einzelfällen möglich sein, aber diese bedürfen des pädagogischen Augenmaßes und der individuellen pädagogischen Bewertung. Und diese differenzierte Durchlässigkeit ist bereits beim heutigen System gegeben.

Belassen wir es dabei!

Dr. Gunter Jess (Gesundheitspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion)