Der energiepolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Ralf Borschke, hat den Vorsitzenden des „Bundesverband WindEnergie“ in Mecklenburg-Vorpommern, Andreas Jesse, zum Rücktritt aufgefordert. Hintergrund sind immer neue Vorwürfe gegen Jesse im Zusammenhang mit von ihm hinterlassenen umweltgefährdenden Windkraftschrott in der Nähe von Kenz. Laut dem „Nordkurier“ sollen bis zu fünf Liter Transformatorenöl ausgelaufen sein. Dazu erklärt Ralf Borschke:

 „Erst kassiert Jesse üppige Subventionen auf Kosten der Steuerzahler und dann will er mit seinen umweltschädlichen Hinterlassenschaften nichts zu tun haben. Es stellt sich die Frage, inwieweit der Landeschef als ehemaliger Betreiber der schrottreifen Anlagen seiner Verkehrssicherungspflicht nachgekommen ist.

Laut dem Bürgermeister der Gemeinde Kenz-Küstrow ignorierte Jesse bereits vor zwei Jahren eine Aufforderung der Gemeinde, zu seinen Anlagen gehörende und durch einen Sturm abgerissene Hauben von Windkraftanlagen zu entsorgen. Seine Verantwortung als Betreiber ignoriert Jesse also schon länger.

Ich frage mich, wie jemand, der wiederholt so eklatant seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist, Chef des Verbandes WindEnergie sein kann. Wenn dem Lobbyverein noch etwas an seiner Glaubwürdigkeit liegt, sollte er sich unverzüglich von Jesse trennen. Auf der einen Seite gibt man sich gerne als umweltfreundlicher Klimaretter, auf der anderen Seite werden solche Schweinereien hinterlassen. Der ganze Vorfall, der mittlerweile mehrere Behörden beschäftigt, wirft kein gutes Licht auf die Windkraftverbände insgesamt. Was passiert wohl, wenn die großen Windkraftanlagen neueren Typs abgebaut werden. Wird Mecklenburg-Vorpommern dann zum Friedhof für schrottreife Windräder? So vergrault man Touristen!“

Borschke besuchte die defekte Anlage, aus der anscheinend bereits länger Öl ausläuft, erneut und entnahm Bodenproben, die er auf eigene Kosten zur Untersuchung in ein Labor schickte. „Ich habe die Nase voll davon, dass die Landesregierung hier wohl noch nicht einmal die Zuständigkeiten geklärt hat. Die Bürger haben doch wohl ein Recht darauf zu wissen, was da für Stoffe in den Boden sickern.“

Der Politiker forderte die Landesregierung auf, ein Recycling-Konzept für schrottreife Windkraftanlagen vorzulegen: „Wie sich aus einer Anfrage zur Entsorgung ergibt, gibt es derzeit in Mecklenburg-Vorpommern keine Unternehmen, die ein vollständiges Recycling von Windkraftanlagen anbieten. Die Landesregierung ist der Auffassung, dass dem Prinzip der Abfallhierarchie in Paragraph 6 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes folgend ein möglichst hoher Recyclinganteil auch bei der Entsorgung von ausgedienten Windkraftanlagen anzustreben ist. Dem sind jedoch technische Grenzen gesetzt, weil sich die in den Rotorblättern verbauten Fasern nur schwer von der Harzmatrix trennen lassen. Großtechnische Anlagen, die dies leisten könnten, sind derzeit noch nicht im erforderlichen Umfang verfügbar.“